Psalm 85

Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres. Der Psalm 85 lässt an zentraler Stelle einen Hilferuf erklingen: „Hilf uns, Gott, unser Heiland, und lass ab von deiner Ungnade über uns!“ Am Beginn dieser neuen Woche, mit Blick auf die gerade vergangene Woche fällt es mir leicht, in diesen Hilferuf einzustimmen: „Hilf uns, Gott, unser Heiland, und lass ab von deiner Ungnade über uns!“ Nach mehr als anderthalb Jahren ist die Pandemie immer noch nicht zu Ende. Jetzt steigen die Infektionszahlen wieder, und wir streiten uns gesellschaftlich um das Ob, Wie und Wann der Auffrischungsimpfungen, als stünden wir ganz am Anfang.

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Jesaja 38,9-20

19. Sonntag nach Trinitatis. Der Wochenspruch lässt das Thema des heutigen Sonntags anklingen:

„Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“ (Jer 17,14) Es geht um Heil und Heilung. Es geht damit um das, wonach alle Welt sich sehnt. Hashtag ‚Healing‘: 29.563.740 Beiträge – Klick, abonniert. „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“, und das Sehnen ist sehr groß. Heilung finden die meisten Menschen in unserer Gesellschaft bei Ärzten und Therapeutinnen, manche auch bei Heilpraktikerinnen und Handauflegern, andere in neuen Formen von Spiritualität und Religion.

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Genesis 11,1-9

Pfingstsonntag. Lukas erzählt in der Apostelgeschichte (Kapitel 2), wie der Heilige Geist die versammelte Gemeinde erfüllte. „Wie von Feuer“ sei der Geist gewesen. In lebendiges, warmes Rot war das Haus getaucht.

Wenn man heute Menschen auf der Straße fragen würde, warum Christinnen und Christen Pfingsten feiern, dann würde man nicht viel mehr als ein Fragezeichen ernten. An Weihnachten und Ostern geht es um Jesus, soviel ist klar.

Aber was ist und was tut dieser Heilige Geist?

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Exodus 14,8-14.19-23.28-30

Ostersonntag. Als Maria Magdalena, Maria und Salome am Ostermorgen das leere Grab entdeckten, da entsetzten sie sich. Und als sie es verließen, da fürchteten sie sich. Wissen wir also, was wir tun, wenn wir einander frohe Ostern wünschen? Früh schon empfanden Bearbeiter den Schluss des Markusevangeliums offenbar als mangelhaft, denn sie ergänzten die acht Verse, die wir eben in der Schriftlesung gehört haben, um weitere Episoden aus dem Leben des Auferstandenen. Entsetzen und Furcht am leeren Grab sollten nicht das letzte Wort haben. Einerseits verstehe ich das. Wer will schon bei Furcht und Zittern stehenbleiben? Andererseits verlieren wir dadurch etwas vom Realismus der Ostergeschichte. Das Grab ist leer. Jesus von Nazareth ist auferstanden. Damit ist aber noch nicht alles gut. Die Frauen am Grab halten mit ihrer Furcht, mit ihrem Entsetzen einen Platz frei auch für unsere Furcht und für unser Entsetzen.

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Hebräer 11,1-2(8-12); 12,1-3

Palmsonntag. Nein, nicht schon wieder! Dieser Gedanke durchfuhr mich wie ein Blitz, als sich am Dienstag der vergangenen Woche die Ergebnisse der Bund-Länder-Gespräche abzeichneten: An Ostern sollten auch dieses Jahr keine Gottesdienste stattfinden. Jedenfalls nicht in der gewohnten präsenten Form, mit echten Menschen gemeinsam in einem Kirchenraum. Mittlerweile ist die Politik zurückgerudert. Aufregung und Verwirrung waren groß. Am Ende haben wir selbst eine verantwortliche Entscheidung für Online-Gottesdienste getroffen. Vom Standpunkt des Corona-Schutzes ist das vernünftig. Und darum trage ich diese Entscheidung ja auch mit, keine Frage​. Doch wir Menschen haben ja nicht nur vernünftige Anteile. Ich spüre, wie mir die Situation zunehmend Mühe bereitet.

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Epheser 5,1-9

Okuli. Ich sitze auf der Bank in der Sonne und genieße die Wärme der ersten Sonnenstrahlen in meinem Gesicht. Um mich herum tönt fröhliches Kindergeschrei. Die Natur blüht auf. Alles wird grün. Das Leben erwacht. „Lebt als Kinder des Lichts“ höre ich den Widerhall alter Worte in mir. Nichts leichter als das. Und wie schön muss das sein!

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Jesaja 58,1-9a

Estomihi. Propheten leben gefährlich. Sie sind unbequem, denn es gehört zu ihrem Auftrag, den Menschen die Wahrheit zu sagen. Nicht nur ihre Meinung, sondern die Wahrheit, die sie von Gott her gehört und verstanden haben. Da wird dann unweigerlich auch Klartext gesprochen. Wo es um die Wahrheit geht, geht es selten ohne die Konfrontation der Mächtigen ab.Das ist heute auch so. Denken Sie nur an Oppositionspolitiker in autoritären Staaten oder an Reporter, die Machmissbrauch aufdecken. Es schwingt etwas Prophetisches mit in ihrem Tun. Die Worte des Propheten wirken immer dann besonders gut, wenn sie einen aktuellen Missstand benennen und gleichzeitig auf etwas Grundsätzliches hinweisen.

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Exodus 13,20-22

Altjahrsabend. Was für ein Jahr geht heute Abend zu Ende? Sicherlich ein denkwürdiges Jahr. Eines, an das wir uns noch lange erinnern werden, an seine Schrecken, aber auch an seine guten und hellen Seiten. Als die Corona-Pandemie im März zu uns kam und wir zum ersten Mal das öffentliche Leben stark einschränkten, da hörte ich immer wieder Menschen ironisch fragen: Braucht das Jahr 2020 noch jemand oder kann das weg? Ich kann diese Frage gut nachvollziehen. Ehrlich gesagt habe ich auch genug von diesem Jahr.

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Jesaja 52,7-10

Erster Weihnachtstag. Das Jahr 2020 werden viele von uns als das Corona-Jahr in Erinnerung behalten. Ostern und Weihnachten ohne Präsenzgottesdienste, das hat es noch nie gegeben. Noch nie gegeben hat es auch ganz viele andere Angebote in diesem Jahr. Manche davon sind kurios. Zum Beispiel der Drive-in-Weihnachtsmarkt in Kalkar. Menschen fahren mit ihren Autos durch ein Winter-Wunderland und versuchen, Kunstschnee und Musik, Glühwein und Krippe zu genießen.

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Jesaja 11,1-10

Christvesper am Heiligabend. Ganz gleich, was heute Abend auf den Tisch kommt, – ob Würstchen mit Kartoffelsalat oder Gans oder Raclette oder Fleischfondue oder Karpfen –, es gehört in jedem Falle zum Weihnachtsfest dazu, dass es etwas Leckeres zu essen gibt. Heute ist kein Fastentag, und wer an Heiligabend Kalorien zählen will, der hat sich wohl irgendwie im Datum vertan. Wie ein reichhaltig gedeckter Tisch kommt mir auch der Predigttext aus dem Buch des Propheten Jesaja vor.

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