Exodus 13,20-22

Altjahrsabend. Was für ein Jahr geht heute Abend zu Ende? Sicherlich ein denkwürdiges Jahr. Eines, an das wir uns noch lange erinnern werden, an seine Schrecken, aber auch an seine guten und hellen Seiten. Als die Corona-Pandemie im März zu uns kam und wir zum ersten Mal das öffentliche Leben stark einschränkten, da hörte ich immer wieder Menschen ironisch fragen: Braucht das Jahr 2020 noch jemand oder kann das weg? Ich kann diese Frage gut nachvollziehen. Ehrlich gesagt habe ich auch genug von diesem Jahr.

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Jesaja 52,7-10

Erster Weihnachtstag. Das Jahr 2020 werden viele von uns als das Corona-Jahr in Erinnerung behalten. Ostern und Weihnachten ohne Präsenzgottesdienste, das hat es noch nie gegeben. Noch nie gegeben hat es auch ganz viele andere Angebote in diesem Jahr. Manche davon sind kurios. Zum Beispiel der Drive-in-Weihnachtsmarkt in Kalkar. Menschen fahren mit ihren Autos durch ein Winter-Wunderland und versuchen, Kunstschnee und Musik, Glühwein und Krippe zu genießen.

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Jesaja 11,1-10

Christvesper am Heiligabend. Ganz gleich, was heute Abend auf den Tisch kommt, – ob Würstchen mit Kartoffelsalat oder Gans oder Raclette oder Fleischfondue oder Karpfen –, es gehört in jedem Falle zum Weihnachtsfest dazu, dass es etwas Leckeres zu essen gibt. Heute ist kein Fastentag, und wer an Heiligabend Kalorien zählen will, der hat sich wohl irgendwie im Datum vertan. Wie ein reichhaltig gedeckter Tisch kommt mir auch der Predigttext aus dem Buch des Propheten Jesaja vor.

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Lukas 1,67-79

Dritter Advent. Jede Taufe, die wir miteinander feiern, erinnert uns an unsere eigene Taufe. Diejenigen von uns, die als Erwachsene getauft wurden, haben das Glück der eigenen Erinnerungen. Die anderen lassen sich erinnern, durch Erzählungen, Bilder oder Symbole. In jedem Falle ist die Taufe verbunden mit Menschen. Mit denen, die dabei waren als Gemeinde oder als Familie, und auch mit denen, die sie durchgeführt haben. Bei einem von denen wurde das Taufen sogar zum Bestandteil seines Namens. Johannes, der Täufer. Um ihn geht es im Evangelium für den heutigen dritten Advent.

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Sacharja 9,9-10

Erster Advent. Vor kurzem hatte ich auf einem Kinderbauernhof die Gelegenheit, einen Esel kennenzulernen. Esel sind wunderbare Tiere. Sie strahlen Ruhe aus und lassen sich augenscheinlich nicht aus der Fassung bringen. Geraten sie doch einmal in Stress, dann bleiben sie oft wie angewurzelt stehen. Das hat ihnen den Ruf eingebracht störrisch oder dumm zu sein.

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Offenbarung 21,1-7

Ewigkeitssonntag. „So geht die Zeit zur Ewigkeit.“ Diesen Satz lesen Sie, wenn Sie zur Matthäikirche gehen und auf die Uhr des Kirchturms schauen. Mir haben schon Menschen gesagt, dass ihnen dieser Satz Unbehagen bereitet, weil er sie an das Offensichtliche erinnert. Die Zeit vergeht, und wir vergehen mit ihr. Ein starker Satz, der solche Reaktionen auslöst. Aber auch ein hilfreicher Satz?

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Psalm 23

Konfirmation. In dem allerersten Brief, den Ihr nach Eurer Anmeldung von Eurer Gemeinde bekommen habt, stand der schöne Satz: „Die Konfirmation findet im Jahr 2020 am 21. Mai statt.“ Nun ist heute der 4. Oktober, und wir feiern Eure Konfirmation mit der kleinen Verspätung von viereinhalb Monaten. „Der Mensch macht Pläne – ob sie ausgeführt werden, liegt bei Gott“, heißt es dazu schon in der Bibel (Sprüche 16,9). Ich habe in diesem Jahr noch einmal neu gelernt, wie realistisch dieser Gedanke ist.

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Genesis 2,4b-9.15

15. Sonntag nach Trinitatis. „Bei Morgengrauen schließen die Erzengel, gekleidet in dunkelblaue Uniform, die Schlösser an den dicken Eisenketten auf, die um die Tore zu Gottes Garten gelegt sind, und öffnen die schweren Gitter mit ihren goldenen Spitzen, lassen die ersten verschlafenen Läufer ein, die im ruhigen Park ein paar Runden drehen, bevor sie sich dem Lärm, der Hektik, dem Streß der Welt da draußen hingeben.“[1]

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Lukas 19,1-10

14. Sonntag nach Trinitatis. Wer hätte nicht schon irgendwann einmal in seinem Leben davon geträumt: Die Kugeln in der großen Trommel rollen durcheinander und fallen dann, eine nach der anderen, ins Ziel. Sechs Richtige! Das Gefühl muss unbeschreiblich sein, wenn man realisiert: Das sind wirklich meine Zahlen. Und dann die Stunden und Tage danach, bis der dicke Scheck kommt und die Frage im Raum steht: Was mache ich jetzt mit so viel Geld?

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