Lukas 1,67-79

Dritter Advent. Jede Taufe, die wir miteinander feiern, erinnert uns an unsere eigene Taufe. Diejenigen von uns, die als Erwachsene getauft wurden, haben das Glück der eigenen Erinnerungen. Die anderen lassen sich erinnern, durch Erzählungen, Bilder oder Symbole. In jedem Falle ist die Taufe verbunden mit Menschen. Mit denen, die dabei waren als Gemeinde oder als Familie, und auch mit denen, die sie durchgeführt haben. Bei einem von denen wurde das Taufen sogar zum Bestandteil seines Namens. Johannes, der Täufer. Um ihn geht es im Evangelium für den heutigen dritten Advent.

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Sacharja 9,9-10

Erster Advent. Vor kurzem hatte ich auf einem Kinderbauernhof die Gelegenheit, einen Esel kennenzulernen. Esel sind wunderbare Tiere. Sie strahlen Ruhe aus und lassen sich augenscheinlich nicht aus der Fassung bringen. Geraten sie doch einmal in Stress, dann bleiben sie oft wie angewurzelt stehen. Das hat ihnen den Ruf eingebracht störrisch oder dumm zu sein.

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Offenbarung 21,1-7

Ewigkeitssonntag. „So geht die Zeit zur Ewigkeit.“ Diesen Satz lesen Sie, wenn Sie zur Matthäikirche gehen und auf die Uhr des Kirchturms schauen. Mir haben schon Menschen gesagt, dass ihnen dieser Satz Unbehagen bereitet, weil er sie an das Offensichtliche erinnert. Die Zeit vergeht, und wir vergehen mit ihr. Ein starker Satz, der solche Reaktionen auslöst. Aber auch ein hilfreicher Satz?

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Psalm 23

Konfirmation. In dem allerersten Brief, den Ihr nach Eurer Anmeldung von Eurer Gemeinde bekommen habt, stand der schöne Satz: „Die Konfirmation findet im Jahr 2020 am 21. Mai statt.“ Nun ist heute der 4. Oktober, und wir feiern Eure Konfirmation mit der kleinen Verspätung von viereinhalb Monaten. „Der Mensch macht Pläne – ob sie ausgeführt werden, liegt bei Gott“, heißt es dazu schon in der Bibel (Sprüche 16,9). Ich habe in diesem Jahr noch einmal neu gelernt, wie realistisch dieser Gedanke ist.

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Genesis 2,4b-9.15

15. Sonntag nach Trinitatis. „Bei Morgengrauen schließen die Erzengel, gekleidet in dunkelblaue Uniform, die Schlösser an den dicken Eisenketten auf, die um die Tore zu Gottes Garten gelegt sind, und öffnen die schweren Gitter mit ihren goldenen Spitzen, lassen die ersten verschlafenen Läufer ein, die im ruhigen Park ein paar Runden drehen, bevor sie sich dem Lärm, der Hektik, dem Streß der Welt da draußen hingeben.“[1]

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Lukas 19,1-10

14. Sonntag nach Trinitatis. Wer hätte nicht schon irgendwann einmal in seinem Leben davon geträumt: Die Kugeln in der großen Trommel rollen durcheinander und fallen dann, eine nach der anderen, ins Ziel. Sechs Richtige! Das Gefühl muss unbeschreiblich sein, wenn man realisiert: Das sind wirklich meine Zahlen. Und dann die Stunden und Tage danach, bis der dicke Scheck kommt und die Frage im Raum steht: Was mache ich jetzt mit so viel Geld?

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Lukas 18,9-14

11. Sonntag nach Trinitatis. Jesus sagte aber zu einigen, die überzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. (Lutherbibel 2017)

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Johannes 9,1-7

8. Sonntag nach Trinitatis. Als Coco Chanel im Sommer 1923 an Bord der Jacht ihres Verehrers ging, vergaß sie ihren Sonnenschirm an Land. Das Paar schipperte die Küste entlang, turtelte an Deck bei kühlendem Wind und reflektierenden Wasser und schon verunstaltete ein Sonnenbrand das Gesicht der berühmten Modeschöpferin. Daheim staunten die Pariser nicht schlecht über den verdunkelten Teint der Berühmtheit. Denn bis dahin war vornehme Blässe angesagt in der Welt der Reichen und Schönen. Doch Coco Chanel machte aus dem Versehen einen Trend. Weiterlesen

Micha 7,18-20

3. Sonntag nach Trinitatis. Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er hat Gefallen an Gnade! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. Du wirst Jakob die Treue halten und Abraham Gnade erweisen, wie du unsern Vätern vorzeiten geschworen hast.

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